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TSV1898 Marburg - Ockershausen e.V.


Ein Rundgang durch Alt-Ockershausen offenbart Mängel!

Ex-SPD-Kommunalpolitiker und Stadtältester Reinhold Drusel verweist nicht nur auf

Mängel im Erscheinungsbild von Alt-Ockershausen, sondern auch auf die zum Teil

schon mehr als 20 Jahre geführten Diskussionen zu den Themenbereichen: – Gestaltung

der Ortsmitte (Dallesplatz) - Verkehrsbelastung - und Hasenkopfbebauung. Dies hat

offenbar den Blick auf die augenscheinlichen, alltäglichen Defizite im Ortsbild ver-

hindert. „Der vormals selbständige Ort verdient jedoch eindeutig mehr Beachtung und

Unterstützung zur Behebung unmittelbarer, größerer und kleinerer Mängel im Alltag,

sowie über die Bewahrung seiner historischen und kulturellen Geschichte!“ so Drusel.

Dies erfolgt nicht zuletzt etwa durch die Anbringung von Hinweistafeln zu historischen

Personen, Gebäuden und Plätzen, durch Wegebeschilderungen, oder durch einfache

Mängelbeseitigung im Straßenraum, z. B. durch einen neuen Anstrich des verrosteten

Metallzaunes in der Willy Mockstraße - im Bereich der Sophie von Brabant Schule.

In seiner Auflistung unterscheidet Drusel zwischen unmittelbaren Regulierungen

(zu 1 -5) und Maßnahmen mit Planungsvorbehalt.(zu 6 - 8):

Zu 1) und 1b) Ruhebänke an den Bushaltestellen

An den ÖPNV-Haltestellen der Linie 5 in Richtung Stadtwald sollten dringend Ruhe-

bänke auf dem Gehweg platziert werden. Sowohl in der Stiftstraße, gegenüber der

Matthäuskirche, als in der Herrmannstraße – gegenüber dem dortigen Haltepunkt. Die

Personen, die mit vollen Einkaufstaschen – oder mit schweren Schultaschen - zum

Stadtwald oder In die Gemoll unterwegs sind, werden die Aufstellung der Ruhebänke

an den beiden Haltepunkten sehr begrüßen.

Zu 2) Straßen und Wegebeschilderungen: „Der Magistrat, der die Bürgerinnen

nehrfach um Anregungen und Verbesserungsvorschläge aufforderte, sollte seine Ver-

waltung gelegentlich daran erinnern, diese Anregungen aufzugreifen und ggf. umzu-

setzen. So fehlt ein mehrfach angeregter Hinweis zur „Kuttnertreppe“, die von der

Herrmannstraße zur Hohen Leuchte führt. (übrigens mit 245 Stufen zählend - die

längste der Marburger Treppen). Auch ein Hinweis zur „Friedhofskapelle Rotenberg“

wäre hier angebracht. In neueren Stadtplänen ist die Kuttnertreppe bereits gekenn-

zeichnet.

Zu 3) Soldatengraben und historishe Wasserversorgung

Jeder Ockershäuser weiß natürlich, wo sich der „Soldatengraben“ befindet. Alle Üb-

rigen suchen vergebens einen Hinweis zu diesem markanten Wanderweg, der hinauf zu

einem Weg unterhalb des „Sellhofs“ und zur Alten Weinstraße führt.

Merkwürdig ist auch das Geschehen der Zurückhaltung über die Informationen rund

um die historische Wasserversorgung von Ockershausen, die einst vom Soldatengraben-

brunnen gespeist wurde. Um das Jahr 1900 wurde im unteren Bereich des Solda-

tengrabens eine Brunnenkammer mit einem Fassungsvermögen von ca 50 cbm

eingerichtet. Diese Wassermenge, über sieben Hydranten om Ort verteilt, reichte

indessen zur Versorgung der rasch wachsenden Bürgerschaft nicht mehr aus. Daher

wurde nach 1930 in Ockershausen der Anschluss an das städtische Wassernetz

hergestellt. Eine Hinweistafel zur unzureichenden, historischen Wasserversorgung, die

letztlich u.a. auch zur Eingemeindung Ockershausens zur Stadt Marburg (1.1.1931)

beitrug, findet sich ebenso wenig, als eine Erklärung zur Herkunft und Bezeichnung des

historischen „Soldatengrabens“ .Eine Aufschluss gebende Informationstafel ist bereits

seit ca 10 Jahren fertig gestellt. Allein die Aufstellung der Tafel im unteren Solda-

tengraben – nahe der Brunnenkammer - lässt auf sich warten. Gründe dafür sind nicht

bekannt.

Zu 4 und 5 Die historischen Gutshöfe in der Ortsmitte

Zur historischen Geschichte von Ockershausen gehört die Existenz der beiden vor-

maligen Gutshöfe in der Mitte des Ortes, Von herausragender Bedeutung wirkt die Dr.

Wolff’sche Stiftung - gegründet im Jahr 1611 – die bis heute als ein Hort des Gemein-

wohls dient – mit ihrem Angebot von derzeit ca 120 Sozialwohnungen.

Auch der „Rote Hof“ erhielt im Jahr 1780 eine neue Bedeutung, als deren Besitzerin

eine Unterkunft „für hochgestellte Persönlichkeiten“ hier einrichtet. So diente das An-

wesen über „vier lange Sommer hinweg -- 1796 -1800“ als Wohnung für die Familie des

berühmten Wissenschaftlers und Augenarztes Prof. Dr.Johann Heinrich Jung-Stilling.

An der Stelle des „Roten Hofs“ wurde im Jahr 1963 die Matthäuskirche errichtet und

ca 10 Jahre später das Gemeindehaus. Beide Einrichtungen sollten an markanten

Positionen mit entsprechenden Erläuterungstafeln versehen werden.

Zu 6 Aufzug für das Gemeinschaftshaus Akte Schuke Ockershausenn

Als bauliche Ergänzung für das Gemeinschaftshaus „Alte Schule“ sollte die Anbringung

eines Außenaufzuges – im Bereich des Notausganges - in Angriff genommen werden.

Dies wird das Gemeinschaftshaus endlich für behinderte Besucher erreichbar machen

und damit die zuletzt sehr eingeschränkte Nutzung des Hauses für weitere, zahlreiche

Veranstaltungen erweitern. Eine vergleichbare, technische Lösung eines Außenaufzuges

findet man am „Dallesplatz“ am Gebäude der vormaligen Gaststätte „Adam Rabenau“

später „Stiftschänke“ (s. Foto zu 6)

Zu 7) Erdtank am Brunnen in der Stiftstraße

Der Brunnen in der Stiftstraße ist einer von nur Wenigen in Marburg, der ganzjährig

Quellwasser abführt. Im Zuge der Renovierung der Brunnenanlage in der Stiftstraße im

Jahr 1987/88 hatte die Vereinsgemeinschaft Ockershausen empfohlen, das in den

Abwasserkanal ungenutzt abfließende Brunnenwasser zunächst in einen 20.000 Liter

Erdtank einzuleiten und dort einen Überlauf zum Abfluss in das Oberflächenwasser

vorzusehen. Diese 20.000 Liter sollten Teil einer jederzeit nutzbaren Notreserve wer-

den. (Löschwasser, Grünflächenpflege) Leider wurde diesem Ersuchen nicht ent-

sprochen. Es besteht jedoch noch immer die Möglichkeit, einen entspr. Erdtank auf

dem Brunnenvorplatz einzubauen. Ggf. könnte diese Maßnahme im Zuge der „Neu-

gestaltung von Ockershausen Mitte“ erfolgen, wenn denn diese – seit 20 Jahren -

angekündigte Maßnahme - doch noch realisiert wird. Die Menge des ungenutzt abflie-

ßenden Brunnenwassers beträgt - übrigens heute noch - ca 2,8 cbm/24 St. gemessen am

14.6.2026.

Zu 8 Pavillon für den historischn Leichenwagen der Gemeinde Ockershausenr

Am Eingang des Friedhofes am Wiesenweg steht eine alte Holzremise, die leider keinen

Blick in den Innenraum zulässt. In der Remise befindet sich der ca 110 Jahre alte,

historische Leichenwagen der Ockershäuser. Ein letztes Relikt, der einst selbständigen

Gemeinde, (bis 31.12.1930) der bis in die 1970er Jahre seinen Dienst verrichtet hat – die

Leichname vom Sterbehaus auf den Friedhof zu befördern.. Man sollte den interes-

santen alten Wagen sichtbar machen, etwa in Form einer angemessenen Holzhütte mit

großen Fenstern, oder eines Pavillon um einen Blick auf den Wagen zu ermöglichen.

Während die hier unter 1) – 5) gelisteten Punkte „bei gutem Willen“ zu einer zügigen

Regelung geführt werden könnten, (schon wegen des überschaubaren Kostenaufwandes)

sollten entsprechende Anträge des Ortsbeirates zur Einleitung der erforderlichen

Maßnahamen zu den Punkten 6. 7, und 8 der Stadt Marburg zur haushaltstechnischen

Beratung und zur weiteren Planung zugeleitet werden.

Drusel sieht seine Auflistung, die er zugleich allen örtlichen, kommunalpolitischen Glie-

derungen, dem Ortsbeirat Ockershauen, Magistrat, Stadtverwaltung der örtlichen

Presse und interessierten Bürgerinnen und Bürgern zuleiten wird, als Anregung und

Aufforderung zur Einleitung von entsprechenden Maßnahmen zur Mängelbeseitigung

unter dem Motto: „Alles für Ockershausen“